Dr. Malte-Maria Münchow

DEKA

Dr. Malte-Maria Münchow

Herausgeber des Kompendium der Logistikimmobilie
Leiter des An- und Verkaufs für Spezialimmobilien (Logistik, Hotel, Einzelhandel)
Deka Immobilien GmbH

Für den langfristig orientierten Käufer kommt es hierbei vor allem darauf an, im Sinne der Drittverwendungsfähigkeit oder Nachvermietbarkeit den richtigen Logistikstandort zu identifizieren.

Der Markt für Logistikimmobilien hat sich in den vergangenen Jahren aus Sicht eines institutionellen Investoren rasant entwickelt. Wurden Logistikimmobilien vor sechs bis sieben Jahren noch als Nischenprodukt angesehen, in das sich nur einige wenige Spezialisten trauten, so kann man inzwischen schon fast davon sprechen, dass Logistikimmobilien „Everybody’s Darling“ sind.

Messen lässt sich diese Entwicklung sehr leicht an dem gestiegenen Transaktionsvolumen, dass in den vergangenen Jahren nicht nur in Deutschland, sondern auch darüber hinaus in anderen Ländern Europas realisiert wurde. Mit vier bis fünf Prozent Marktanteil lagen Logistikimmobilien über Jahre hinweg weit hinter den deutlich beliebteren Büro- und Einzelhandelsimmobilien. Dieser Wert ist inzwischen auf zehn bis zwölf Prozent Marktanteil gestiegen und etabliert die Logistikimmobilie als dritt-wichtigste Anlageklasse für gewerbliche Immobilien.

Die Ursachen hierfür sind vor allem auf zwei Aspekte zurück zu führen. Zum einen hat der wachsende Internethandel (E-Commerce) den Bedarf an Logistikflächen deutlich erhöht und hierdurch überhaupt erst ausreichend Angebot an Logistikinvestments geschaffen. Zum anderen hat sich bei institutionellen Investoren die Erkenntnis durchgesetzt, dass Logistikimmobilien im Vergleich zu anderen Assetklassen attraktivere Anfangsrenditen bei überschaubaren Risiken bieten. Die Folge ist, dass heute nahezu alle großen Investoren Logistikimmobilien auf ihren Einkaufslisten haben und nicht mehr nur noch als Beimischung zu anderen Investments ansehen.

Die hiermit einhergehende Zunahme an Wettbewerb um das knappe Gut Logistikimmobilie fordert von einem Investor eine immer intensivere Prüfung der ange-botenen Produkte. Für den langfristig orientierten Käufer kommt es hierbei vor allem darauf an, im Sinne der Drittverwendungsfähigkeit oder Nachvermietbarkeit den richtigen Logistikstandort zu identifizieren. In dieser Hinsicht haben einige Forschungsprojekte in den vergangenen Jahren schon viel Licht ins Dunkel gebracht. Die von IndustrialPort und der Hochschule Fresenius entwickelte Heatmap leistet hier einen weiteren wesentlichen Beitrag für mehr Transparenz. Dieses vor allem in den Bereichen, die andere Studie bisher ausgeblendet haben, d.h. in den Logistikregionen außerhalb der bekannten Hotspots und bei kleineren Immobilien ab 1.000 qm Logistikfläche, die gerade in Zeiten des E-Commerce eine immer bedeutendere Rolle spielen.

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