1. Ausgangslage

Seit der Jahrtausendwende entwickelt sich in Deutschland zusehends ein Vermietungs- und Investmentmarkt für fremdvermietete Logistikhallen. Im Gegensatz zu anderen Immobilienmärkten ist dieser noch sehr jung und wird erst seit wenigen Jahren professionalisiert.

Der Logistikimmobilienmarkt zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass die einzelnen Marktteilnehmer eine Logistikimmobilie sehr unterschiedlich definieren.

So werden je nach Analysehaus Logistikimmobilien als Hallen mit einer Größe von mindestens 5.000 qm, 8.000 qm oder 10.000 qm bzw. mit einer Mindesthöhe von 10,5 m oder
12 m bezeichnet. Zum anderen ist eine weitere Besonderheit dieses Marktsegmentes seine Ausdehnung. So umfasst z.B. die Logistikmarktregion Frankfurt das gesamte Rhein-Main-Gebiet, der Wohnungsmarkt Frankfurt besteht hingegen lediglich aus dem Frankfurter Stadtgebiet innerhalb seiner administrativen Grenzen.

Während die Parameter für die Qualität von Büro-, Wohn- oder Einzelhandelsmärkten auf das Umfeld bezogen sind, hängt die eines Logistikstandortes wesentlich von seiner Erreichbarkeit und der Personalverfügbarkeit ab. Als weitere Herausforderung kommt die Akzeptanz von Logistikimmobilien durch die Kommunen hinzu. Viele Gemeinden weisen jedoch aus unterschiedlichsten Gründen keine Flächen für logistische Nutzungen aus. Somit ist der vorhandene Standort oft nicht der geeignetste Standort, sondern der zur Zeit des Baugesuchs kleinste gemeinsame Nenner, bzw. positiv formuliert, der beste Kompromiss.

Für eine differenzierte Aussage zur Logistikeignung eines Logistikimmobilien-Standortes im Sinne der Drittverwendungsfähigkeit ist eine detaillierte Betrachtung erforderlich. Diese Analyse muss – zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit – anhand unterschiedlicher, deutschlandweit in gleicher Art und Güte verfügbarer Parameter erfolgen.

EDV wird immer wichtiger

IndustrialPort hat im Jahre 2012 erstmalig bundesweit alle Lager,- Logistik- und Produktionsimmobilien über 1.000 qm Hallenfläche vermessen.

Das privatwirtschaftliche Unternehmen IndustrialPort entwickelte in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius (Studiengang Logistik und Handel, Prof. Dr.-Ing. Armin Bohnhoff) im Jahr 2015 erstmals eine Analysemethode auf Ebene aller deutschen Gemeinden – den IndustrialScore.

Das Ergebnis dieser Analyse wurde kartografisch in Form einer Heatmap dargestellt. Bisherige Studien betrachten lediglich rund 20 verschiedene logistische Schwerpunktregionen, indem sich nur rund 30% aller deutschen Logistikhallen befinden.

Da die Daten von Logistikimmobilien-Studien im Wesentlichen zur Unterstützung der Argumentationskette für den Ankauf, Verkauf, Bilanzierung und/oder Bewertung einer Immobilie genutzt werden, konnten keine validen Aussagen zu Immobilien getroffen werden, die außerhalb der oben beschriebenen Hotspots lagen. Daher bestand ein starker Bedarf nach einem entsprechenden Analysetool.

Hochschule Fresenius
Die Hochschule Fresenius mit ihrem Stammhaus in Idstein bei Wiesbaden blickt auf eine über 168-jährige wissenschaftliche Tradition im Bildungsbereich zurück. Im Jahr 1848 gründete Carl Remigius Fresenius das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Laborpraxis als auch der Ausbildung gewidmet hat. Die Zulassung als staatlich anerkannte Fachhochschule in privater Trägerschaft folgte im Jahr 1971. Weitere Informationen zur Hochschule Fresenius finden Sie unter www.hs-fresenius.de.

 

Weiterlesen: Der IndustrialScore

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